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Würdet ihr Merkel (also ihre Partei) wählen bei baldiger Bundeswahl?
Diese Umfrage ist geschlossen.
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Nein, da war zu lange nichts los. (Oder anderer Grund.)
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Ja, als CDU-Vorsitzende/-Kanzlerkandidatin.
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Ja, aber nur wenn sie für eine andere Partei Kanzlerkandidatin wird!
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Ich weiß nicht bzw. es ist mir egal.
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   08.10.2015 | 00:06 Uhr
Ich habe heute nach dem ARD-Interview mit Fr. Will folgendes bei ZEIT-Online gepostet:
Zitat:Ich find's super, dass sie gegen all das unkende Gequake - natürlich auch hier in den Kommentaren - durchhält. Schade dass sie nicht wirklich für die SPD kandidiert demnächst - dann würde ich die SPD zum 1. Mal im Leben wählen! Die morsche CDU/CSU kriegt sich vor all den Merkelreformen ihrer selbst sowieso nie ein...

Eine kanzler-amtstragende Person mit Rückgrat - wer hätte gedacht, dass die dt. Politikerkaste das noch zustande bringt... Weiter so!

P.S. "no-prize" für den dümmsten Kommentar hier: "Anne Will - Merkel will nicht." Merkel will schon - nur verzagen Journalisten & Status-Quo-Bewahrer in Deutschland & kippen reihenweise um.

Und das führte stracks zu der Idee für diesen Thread. Könnt ihr euch vorstellen, Merkels Partei bei der nächsten Bundeswahl zu wählen. Meine Antwort - erstaunlicherweise - "Ja, wenn es nicht die CDU ist"! Schock

Was meint ihr?
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   20.10.2015 | 10:36 Uhr
Wirtschaftlich zeigen alle Studien, dass Deutschland bzw. die EU von dauerhaft bleibenden ImmigrantInnen profitiert. Zwei Artikel in den letzten Tagen dazu - auf dt. in der ZEIT, und auf engl. (leider nur mit Bezahlung) in TIME.

Ob Merkel daher so motiviert ist? (Sicherlich nicht nur. Aber schon ein bisschen fänd ich cool.)
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   22.10.2015 | 19:18 Uhr
Hab mich auch bei der ZEIT als Anhängsel eines lesenswerten Kommentars eines seit Jahren respektablen Weltpolitik-Analytikers zu Folgendem hinreißen lassen:
Zitat:Um dem Geunke von den vielen scheinbar Nicht-außenpolitisch-Interessierten hier mal zu widersprechen:

Danke, Hr. Joffe! Ich bin selbst erstaunt über Folgendes: Endlich mal eine Kanzlerin mit effektivem Rückgrat, auch wenn sie verbal ab und an etwas laviert. Noch vor 4 Jahren hätte ich sie niemals gewählt; wenn sie jetzt für z.B. die SPD kandidieren würde, würd ich's tun.

Momentan stehe ich hinter ihr und ihrem "Bauch" in dieser schwierigen Situation. (Schwierig v.a. weil sich so viele Deutsche in ihrem relativen Reichtum o so bedroht fühlen.) Ich bin froh, dass sie für mein Land steht, das mehrheitlich tolerant ist & hoffentlich nicht auf all die Schreihälse hört.

Und wer weiß ob die behäbige EU nicht doch irgendwann mal aufwacht & merkt dass ihr Reichtum auf den Rücken der Anderen da draußen, die auch noch Krieg & Hunger & Verwahrlosung erdulden müssen, fußt, und aber auf Dauer so nicht gehalten werden kann. Wir sind Teil der Welt; Abschottung ist schon rein umsetzungstechnisch keine Option.
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   13.11.2015 | 17:46 Uhr
Und nochmal heute in der Online-ZEIT:
Zitat:Vielen Dank für diesen Kommentar, Hr. Ulrich! -- Ob die Leute in den oberen Etagen ihn lesen? Es zeigt sich jedenfalls auf der Politikerseite dass eine rein imagepflegende umfragengetriebene Vorgehensweise einfach nicht an das Notwendige dieser Tage heran kommt. Und auf der publizistischen Seite hat man das Gefühl dass die Angst vorm Ende von Print sich nun in immer sensationalistischeren Schwankungen äußert. (In den sozialen Medien - sowie den Online-Kommentaren der Zeitungen - erleben wir u.a. eine "Lawine" von verächtlichen Trolls.)

Anlass war dieser lesenswerte Vergleich der heutigen Oberen mit H. Schmidt (er wird bereits vermisst! Engel).
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   20.11.2015 | 21:05 Uhr
Nochmal (bei ZEIT-Online heute):
Zitat:"Biblische Ausmaße" haben leider nur die ewigen Übertreib-Posts allerorts online. Sowie momentan ständiges Wutbürgertum zu Nichtigem - wie z.B. die Sache mit dem syrischen Pass in der Nähe des Stadions in Paris!

Was für eine Nation von Wehleidern wir doch sind! Traurig

Ich finde Merkel zeigt wirklich Rückgrat. Man kann nur hoffen, dass sie es auch hinter den Kulissen tut, und bessere Konditionen vor Ort sowie bessere Integrationsmöglichkeiten hier in der Lage ist zu schaffen. Da war nämlich bis vor August eher tote Hose bei ihr und den C..-Kumpanen.

Und ihr Argument, dass Obergrenzen ohne vorher einen Wall um Deutschland zu bauen keinen Sinn haben, leuchtet noch immer ein. Sollte je ein Wall um Deutschland gebaut werden, ist das nicht mehr mein Land, aussi.
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   27.11.2015 | 16:47 Uhr
In einem Blog in einem fiktiv-wissenschaftlichen Forum, dass der Don & ich gut kennen, habe ich u.a. folgende von einer Lehrerin eingestellten Kinderfragen mehr schlecht als recht beantwortet:

Zitat:Warum kommen die Flüchtlinge zu uns? - Die aus Syrien/Irak haben Furchtbares erlebt (das ganze Haus in Schutt oder Asche, oder Kinder, die sich mit liegen-gelassenen Gewehren aus Versehen erschießen z.B.) und wollen nur noch weg. Die aus anderen Ländern leiden oft unter extrem strengen politischen Systemen (z.B. im Iran) oder sind einfach sehr hungrig/arm. In den allermeisten Fällen sehen sie bei sich zuhause absolut keine Zukunft mehr für sich oder ihre Familien.

Warum finden alle Deutschland toll? - Inzwischen nicht mehr alle, aber bei vielen kam das Gerücht herum, dass von all den vielen ablehnenden reichen Ländern endlich mal eins Flüchtlinge willkommen heißt - Deutschland. Außerdem hat Deutschland noch vom 2. Weltkrieg her, den wir zum größten Teil angefangen hatten, ein einigermaßen freundliches Asylgesetz, also eines, das schlimm Verfolgten bei uns eine vorübergehende Heimat anbietet. Das schuldeten wir damals u.a. der Welt.

Warum gibt es Krieg bei den Flüchtlingen? - Das ist für Syrien schwer zu beantworten; Syriens Regierung versucht schon seit langem bestimmte Teile des Mittleren Ostens (also u.a. Libanon, Syrien, Irak) so zu beeinflussen, dass sie da mehr Macht bekommt; zuletzt auch im eigenen Land, als Menschen dort im Rahmen des "Arabischen Frühlings" gegen die Regierung revoltierten. Im Irak habt ihr bestimmt mitbekommen, dass die USA & andere "Alliierten" den Diktator Hussein stürzten vor über 10 Jahren - seitdem kommt das Land leider nicht mehr zur Ruhe. Und dann gibt es noch die Kurden, die nie ein eigenes Land hatten, aber von allen oft schlecht behandelt werden.

Warum streiten sich so viele? - Schwer zu sagen; s. die letzte Antwort.

Wann kommt der Krieg zu uns?/ Kommt der Krieg zu uns? - Ein "Krieg" bei uns bedeutete bisher ein ganzes Land kämpft mit Truppen & Panzern & Bomben gegen uns. Ein solcher Krieg kommt erstmal nicht zu uns. Aber hasserfüllte Leute mit Bomben oder Feuerzeugen/Benzin - meist keine Flüchtlinge! - können teilweise unsere Wohnungen oder Orte in Städten angreifen - so eine Art "Kleinkrieg", der aber militärisch schwer zu bekämpfen ist.

Warum gibt es Krieg? Wie entsteht Krieg? Warum machen die Menschen das? - (Nur zur letzten Frage:) Weil sie sich übervorteilt fühlen, oder sehen wie gut es Anderen geht, & ihnen nicht. Die Machthaber oft, weil sie noch mehr Macht haben wollen. Weil wir Menschen leider nicht alle perfekte Engel sind.

Warum sind die Anschläge genau losgegangen, als die Flüchtlinge zu uns kamen? - Das sind sie nicht. Es gab vor 10 Jahren einen schlimmeren Anschlag in Europa noch vor den vielen Flüchtlingen, in Madrid, der Hauptstadt von Spanien. Und davor noch einen viel größeren, den ihr bestimmt kennt, mit Tausenden Toten, in New York, vor 14 Jahren.

Woher kommt der Name/das Wort Flüchtlinge? - Von dem Wort Flucht - also sind es Leute, die flüchtig sind. So wie "Halblinge" in HERR DER RINGE daher kommt, dass die Hobbits nur halb so groß sind wie Menschen.

Wie geht es den Flüchtlingen? - Auf der Flucht meist schlecht bis sehr schlecht. Sie riskieren ihr Leben, haben oft nur wenig zu essen/trinken, müssen einfach auf dem (inzwischen kalten) Boden schlafen, können Tage lang nicht weiter, werden verhaftet - Hunderte sterben, auch weil immer wieder welche im Mittelmeer ertrinken. Nachdem sie bei uns angekommen sind, geht es ihnen etwas besser zumindest was Essen/Trinken angeht, aber sie müssen dann oft lange warten bis die deutschen Ämter reagieren. Und viele müssen noch in Zelten leben, auch jetzt, im Winter, weil scheinbar kein Platz für die ist in normalen Häusern.
[..]

Wie viele Menschen sind noch in Gefahr? - Viele Millionen in der ganzen Welt.

Wie viele Menschen kommen nach Deutschland? - Schwer zu sagen. Wenn sich gar nichts ändert in der EU, rechnet die Bundesregierung momentan mit ca. 3 Millionen bis Ende nächsten Jahres. Aber es wäre fair, wenn auch andere Länder - unter menschlichen Bedingungen, natürlich! - mehr aufnehmen würden.

Wie viele Flüchtlinge sind auf der Flucht? - Laut Wikipedia, sind es momentan mehr als 4 Millionen aus Syrien. Bei Irak sind die Zahlen unsicherer - man kann evtl. von so 1 Million ausgehen, oder mehr. Aus anderen Ländern kommen auch Zehntausende pro Monat, im Moment; die sollen aber demnächst alle wieder schnell heimgeschickt werden. Info-Quellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Refugees_o..._Civil_War & https://en.wikipedia.org/wiki/Refugees_of_Iraq

Warum mag jemand die Flüchtlinge nicht? - Weil sie Angst haben, etwas zu verlieren, insbesonders Gelder vom Staat, wie z.B. kostenlose Medizin. Weil sie ihren Status bedroht fühlen - also ihren Stand in der Gesellschaft oder wie gut es ihrer Familie geht. Weil sie glauben, dass Flüchtlinge mehr Kriminalität mit sich bringen, oder sich unbeliebte "Ghettos" in Städten bilden, also kleine Stadtteile, wo nach einer Weile nur Flüchtlinge wohnen. Weil sie Angst haben, dass bei den Flüchtlingen Terroristen dabei sein könnten. Ob all diese Ängste berechtigt sind, ist unklar; darüber wird viel geschrieben, geredet und leider auch geschrien. Leider oft von Leuten, die auch nicht viel mehr wissen als Andere, aber so tun als ob.

Wann sind die Flüchtlinge hergekommen? - Seit weit über einem Jahr. Anfang 2015 waren es schon recht viele im Vergleich zum Anfang 2014, Mitte des Jahres 2015 noch mehr (Tausende jeden Monat). Aber erst im August ist die Politik und sind die Zeitungen usw. aufgewacht - und reden jetzt fast alle von einer "Flut" von Flüchtlingen. Aber momentan ist nur ungefähr 1 Mensch von 100 in Deutschland ein Flüchtling. Also eher im Moment noch eine (kleine) Flüchtlingswelle.

Was ist schlimmer: Bomben oder Krieg? - Ist mit Krieg der Einsatz von Soldaten gemeint? (Ansonsten sind ja Bomben fast immer Teil von irgendeinem Krieg...) Bomben - und auch Militär-Drohnen - führen immer dazu, dass auch viele Unschuldige ("Zivilisten") sterben. Bei Drohnen hat jemand vor kurzem ausgerechnet sind es momentan im Schnitt immer 6 Leute für jede Drohne! (Bei Bomben viel mehr!) Soldaten können eher gezielt Feinde treffen, machen aber auch manchmal Fehler - und riskieren natürlich ständig Leib und Leben. -- Wenn mit "Bomben" die in Paris gemeint sind, und mit "Krieg", dass wir nun in Syrien gegen den sogenannten "Islamischen Staat" mitkämpfen wollen, ist meine Antwort: Beides davon bringt oft wenig. Und viele Leute müssen dabei sterben. Gegen Terrorismus ist es fast unmöglich militärisch was effektiv zu unternehmen; besser ist, man arbeitet daran, die Ursachen des Terrorismus zu reduzieren. Was aber nicht leicht ist, und außerdem extrem langweilig. (Also berichten die Zeitungen usw. darüber selten, oder meist dort, wo niemand hin guckt, in den hinteren Seiten oder ganz spät am Abend.)

Warum bekommen die Flüchtlinge Geld von uns? - Weil sie anfangs sonst nicht überleben können. Könnten sie baldmöglichst selber Geld verdienen, müssten wir ihnen weniger Geld schenken. Aber gerade das wollen viele Erwachsene in Deutschland nicht, weil sie Angst haben, dass die Flüchtlinge dann nie wieder gehen.

Gehen die Flüchtlinge auch nach China? - Wahrscheinlich ein paar schon. Aber viele halbwegs reichen Länder, auch China, haben kein Asylgesetz oder was Ähnliches. Die sind also armen Ausländern gegenüber noch wesentlich härter drauf als wir. Leider.

Welche Länder nehmen die Flüchtlinge auf? - Vor allem immer die Nachbarländer um das betroffene Land - also Libanon, Irak, die Türkei. In Europa vor allem Schweden, und jetzt Deutschland. England, Belgien & Frankreich haben in den vergangenen Jahrzehnten viele Leute - aber Immigranten, keine Flüchtlinge! - aus ihren ehemaligen Kolonien aufgenommen. Und die USA würde es, wenn man es über 500 Jahre betrachtet, ohne viele Flüchtlinge die dorthin konnten, in der heutigen Form gar nicht geben; das Gleiche gilt z.B. für Südafrika.

Merkel hab ich nicht erwähnt, aber ohne sie wär die ein oder andere Antwort dabei anders ausgefallen!
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Offline Jon
Hafenentdecker

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   27.11.2015 | 17:25 Uhr
Sehr sehr schöner Post, allerdings fehlt m. E. ein Aspekt:

Zitat:Warum mag jemand die Flüchtlinge nicht? - Weil sie Angst haben, etwas zu verlieren, insebs. Gelder vom Staat. Weil sie ihren Status bedroht fühlen - also ihren Stand in der Gesellschaft oder wie gut es ihrer Familie geht. Weil sie glauben dass Flüchtlinge mehr Kriminalität mit sich bringen, oder sich unbeliebte "Ghettos" in Städten bilden, also kleine Stadtteile wo nach einer Weile nur Flüchtlinge wohnen. Weil sie Angst haben, dass bei den Flüchtlingen Terroristen dabei sein könnten.
...oder weil sie befürchten, dass mit den meist muslimischen Flüchtlingen ein hasserfülltes Wertesystem in unseren Alltag hineinsickert, das sich durch keine Integrationsbemühung der Welt ändern lässt. Und neben all den anderen - ziemlich armseligen - Gründen, sich gegen die Flüchtlinge zu stellen, sehe ich zumindest dies als eine durchaus nachvollziehbare Sorge.
Das ist ja das Perfide an Pegida und Co.; natürlich sind das zum größten Teil strunzdumme Nazis, aber die Initiatoren waren bauernschlau genug, mit der Fokussierung auf den Islam als "Endgegner" halt auch jede Menge Leute aus der politischen Mitte heranzuziehen.

Nun mag es ungerecht sein, derartige Vorbehalte auf alle Ankommenden zu übertragen. "Das sind doch nicht alles Terroristen!" - Sicherlich. Trauriger Fakt ist aber auch, dass ein Großteil der Hilfesuchenden mit dem fest indoktrinierten Gedankengut zu uns kommt, dass der Mann mehr wert ist als die Frau, "reinreligiös" geheiratet werden muss und Homosexuelle sowieso vonvorneherein abscheuliche Schweine sind.

Die Gefahr in der aufbrandenden Flüchtlingsdebatte ist, dass es nicht die eine, moralisch einwandfreie Position gibt. Natürlich verlangt es die Menschlichkeit, hungernde und sterbende Menschen nicht auszusperren. Gleichzeitig empfinde ich es aber als gültig, sich gegenüber archaisch-hinterwäldlerischem Gedankengut zu querzustellen, zumal es illusorisch ist, dass Hunderttausende durch lustige Integrationskurse (in denen fünf auswendig gelernte Kreuzchen gesetzt werden müssen) ein progressiveres Wertesystem erlernen können.
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   27.11.2015 | 20:40 Uhr
Ich hatte versucht die religiöse Seite mit "Stand in der Gesellschaft" abzudecken. Und ich habe ein weit weniger negatives Bild vom Islam als du, merke ich! Juchu Bei solchen Dingen, wie Umgang mit Frauen & Männern in einer Religion, ist m.E. immer zu unterscheiden zwischen Religion & "Kirche". Was die islamische "Kirche" aus dem Islam gemacht hat, ist sehr unterschiedlich - da gab es auch nicht Jahrhunderte lang einen alles-brachial-vereinigenden Papst, also haben sich sehr unterschiedliche Zweige entwickelt.

Ich werde mal in einem schlauen Koran-Kommentar-Buch geschrieben von 2 dt. Musliminnen nachlesen, was die so zum geschlechtlichen Wandel sagen. Jedenfalls hat der Islam in meiner größeren "Heimat" (Afrika) einen wesentlich besseren Ruf in punkto Friedfertigkeit als das Christentum (um das Thema "Hass" zu adressieren).

Wäre es aber auch nicht so, muss trotzdem m.E. vor allem Anderen stehen, ob die Flüchtlinge aus einer wirklich miesen Lage flüchten. Dann gebietet m.E. die reine Menschlichkeit dass man sie nicht wg. ihrer (religiösen) Kultur abweist. Diese Menschlichkeit ist eine Größenordnung wichtiger als alles Andere.

P.S. zu Umgang mit Homosexuellem: Hier kann keine mir bekannte Religion groß auftrumpfen. Menschen an sich mögen da ja schon recht weit sein - obwohl mir das Thema in Deutschland zu selten diskutiert wird, als dass ich glaube, dass hier schon alle Ressentiments geklärt sind und sich im Abbau befinden - aber die Kirchen machen da alle kein gutes Bild. In der katholischen Kirche wird alles Mögliche unter den Teppich gekehrt, und momentan wird in ganz wenigen Worten hier und da erwogen, gleichgeschlechtliche Liebe evtl. als keine Sünde anzuerkennen; aber "juristisch", also was Kirchengesetze angeht, ist da noch nichts passiert, so weit ich weiß. Da ist man als LGBT leider zu einem großen Teil bereits umgeben von ablehnenden Statuten, bei fast allen Religionen. Bei einwandernden Ausländern ist m.E. wichtiger, zu sehen woher sie genau kommen - aus der Großstadt, oder vom Land, aus der Armut oder (vor dem Krieg) dem Mittelstand: Arme ländliche Menschen sind i.d.R. ein gutes Stück konservativer als städtische. (Bei den Syrern hab ich z.B. den Eindruck, dass viele aus dem städtischen Mittelstand kommen...)
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